Praktikum in Wien

Ich bin Tao aus Taiwan. Dank der taiwanesischen Pathfinder-Initiative hatte ich die Gelegenheit, ein fünfmonatiges Praktikum bei Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos in Wien zu absolvieren.

Als Praktikant im Bereich digitales Marketing lag der Schwerpunkt meiner Arbeit auf Social Media – die Erstellung von Inhalten machte einen wesentlichen Teil meiner Aufgaben aus. Außerdem bestand das Hauptprojekt während meines Praktikums darin, einen Vorschlag zur Optimierung der Website „einfachweg.at“ auszuarbeiten. Es macht mir immer Spaß, Probleme zu analysieren. Daher waren die Überprüfung der Website und ihrer Hintergrunddaten, um Erkenntnisse zu gewinnen, sowie das Erlernen von SEO (Suchmaschinenoptimierung) und LLMO (Large Language Model Optimisation) besonders interessant.

Neben der Büroarbeit nahm ich auch an einigen Offline-Veranstaltungen teil, wie der Euroguidance-Konferenz und den Erasmus+ Awards. Für mich waren diese Veranstaltungen nicht nur eine Gelegenheit, mehr über aktuelle Trends zu erfahren, sondern auch eine Chance, an den anschließenden Networking-Sessions teilzunehmen. Ich war unerfahren in solchen sozialen Aktivitäten. „Gesellig“ wäre wahrscheinlich nicht das erste Adjektiv gewesen, mit dem man mich beschrieben hätte. Ehrlich gesagt fühlte ich mich anfangs etwas unbehaglich und war mir unsicher, ob ich Gespräche mit anderen anfangen oder einfach still an der Wand stehen und Wein trinken sollte. Doch dank Birgit vom österreichischen Bundeskanzleramt, die mich freundlicherweise anderen Jugendbetreuer*innen vorstellte, wagte ich schließlich den Schritt aus meiner Komfortzone heraus und begann, mit Fremden zu sprechen. Schließlich wurde ich sogar zu einer Weihnachtsfeier in einem Verein eingeladen. Es wurde zu einem der unvergesslichsten Abende meines Aufenthalts.

Als Taiwaner, der zum ersten Mal im Ausland arbeitete, habe ich einige kulturelle Unterschiede erlebt. Der größte betraf die Feiertage. Mein Erstaunen darüber, wie die Europäer*innen ihre Feiertage verbringen, war unbeschreiblich. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar war kaum jemand im Büro. Wir haben zwar auch Feiertage zum Mondneujahr, aber diese sind selten so lang wie dieser Zeitraum. Außerdem konnte ich endlich erleben, wie sehr die „Work-Life-Balance“ in Europa geschätzt wird. Meine Mentorin Alena erinnerte mich immer daran, um 15 Uhr nach Hause zu gehen, oder ermutigte mich, mir ab und zu ein paar Tage frei zu nehmen. Mir scheint, dass Überstunden hier eher unüblich sind, was sich deutlich von Taiwan unterscheidet.

Die Atmosphäre im Team war wunderbar. Die Zeit, die wir miteinander verbrachten, war immer fröhlich und herzlich. Wir waren wie eine kleine Familie. Besonders geschätzt habe ich es, dass wir jeden Tag gemeinsam zu Mittag gegessen haben, uns über die kleinen Dinge oder Dramen unseres Alltags ausgetauscht haben, über die kulturellen Unterschiede zwischen Taiwan und Österreich diskutiert haben oder darüber gescherzt haben, wann der Winter endlich vorbei sein würde. Und natürlich werde ich die Kaffeepause am meisten vermissen. Jede Woche am Nachmittag kochten wir gemeinsam Kaffee in der Lounge des Coworking-Space. Ich schätze meine Kolleg*innen und das unterstützende Umfeld, das sie geschaffen haben, sehr.

Die Zeit vergeht so schnell, wie eine Sternschnuppe, die über den Himmel schießt. Ich schätze jeden Moment bei Österreichische Jugendinfos und freue mich darauf, eines Tages in die Zukunft in diese wunderschöne Stadt zurückzukehren.

(Der Text wurde aus dem Englischen Original übersetzt)