Hannahs Auslandssemester in Estland!

In dieser Episode erzählt Hannah von ihrem Auslandssemester in Tallinn. Sie spricht über unvergessliche Erlebnisse, persönliche Veränderungen und darüber, warum sie sich trotz der Corona-Pandemie dazu entschied, einen Teil ihres Studiums in Estland zu verbringen. Hör rein und erfahre mehr über ihre Zeit im Ausland.

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In der heutigen Episode geht es mit uns wieder ab ins Ausland. Wir sprechen mit Hannah über ihren Studienaufenthalt in Tallinn. Liebe Hannah, herzlich willkommen bei unserem Podcast.

Danke für die Einladung.

Meine erste Frage an dich lautet wie immer, ob du uns kurz zusammenfassen kannst, wo du deinen Studienaufenthalt genau verbringst und was du da so genau machst.

Also, wie du schon richtig gesagt hast, ich bin in Tallinn in Estland. Warum bin ich genau in Estland? Weil es so gut zu meinem Studium passt. Ich studiere nämlich E-Health im Master auf der FHR Neumann-Graz und Estland ist so weit vorgeschritten in Sachen Digitalisierung und vor allem in Sachen E-Health. Da fängt BAStus perfekt daher. Und jetzt studiere ich Healthcare Technology an der Technischen Universität in Tallinn.

Und machst du ein Erasmus-Semester oder verbringst du dein gesamtes Studium in Estland?

Ja genau, ich mache ein Erasmus-Semester. Mein vorletztes Semester bin ich jetzt da. Und mein letztes geht wieder zurück nach Graz.

Und was waren deine Motivationen, ins Ausland zu gehen? Was hat dich dazu bewegt?

Also, ich habe im Bachelor schon erfahren, dass wir ins Ausland gehen können. Und da habe ich schon gehofft, ich möchte unbedingt ins Ausland. Da waren die Möglichkeiten aber ein bisschen begrenzt. Also zur Auswahl ist Deutschland gestanden, was für mich nicht infrage gekommen ist, weil ich mich sprachlich im Englischen verbessern wollte. Dann wären noch Tromsø, die nördlichste Stadt in Norwegen, und Valencia gewesen, was für mich auch nicht infrage gekommen ist, weil ich kein Spanisch kann.

Und so habe ich halt gedacht, ich gehe nach Norwegen. Aber es sind dann ein paar Jahre vergangen, bis ich zum Master gekommen bin, weil die Möglichkeit erst im Master da war. Und dann ist Estland dazugekommen und ich habe gesagt: Passt, ich gehe nach Estland. Das passt perfekt.

Ich würde dich gerne noch fragen: Wir wissen alle, Auslandsaufenthalte müssen gut geplant sein. Deswegen ist Information vorab immer sehr, sehr wichtig. Wie ist denn bei dir die Vorbereitungsphase abgelaufen? Wann hast du circa damit begonnen, deinen Auslandsaufenthalt zu planen?

Also informiert habe ich mich schon viel, viel früher, also schon im Bachelor. Was kann ich machen? Was sind meine Möglichkeiten? Und habe mich dann im Endeffekt Anfang des Jahres genauer erkundigt, als ich wusste: Ja, ich möchte nach Estland. Wo ist die Uni? Und wie schaut es da aus? Wo bin ich da circa? Was sind die Dos and Don’ts?

Und dann ist im April der ganze Bewerbungsprozess losgegangen. Also die FH Arnhem hat mich für das Auslandssemester nominiert. Und ich habe mir dann im Juni mein One-Way-Ticket nach Estland gekauft.

Und hast du vor, wieder zurückzukommen?

Ja, ich muss leider zurückkommen. Aber die Stadt lädt schon ein, zu bleiben. Es ist eine wunderschöne Altstadt. Es ist direkt am Meer.

Du hast schon gesagt, die FH Arnhem hat dich für das Erasmus-Semester nominiert. Ist sie auch die Organisation, die dich bei der Planung unterstützt hat? Beziehungsweise kannst du allgemein sagen, wie der Ablauf ist, wenn man sich für Erasmus interessiert? Weißt du noch mehr darüber?

Genau, also bei uns auf der FH ist es so, dass es eine Partneruniversität sein muss. Deswegen sind die Möglichkeiten auch beschränkt. Wir haben eine Auslandsbeauftragte. Die hat mir sehr viel geholfen. Auch der Studiengangsleiter hat mir sehr viel geholfen: Welche Kurse nehme ich? Auf welcher Uni bin ich dann überhaupt? Passt das? Und wie muss ich mich bewerben? Wo muss ich mich bewerben? Da hat mich die FH Arnhem schon sehr unterstützt.

Es gibt auch sehr viele Vorträge von Erasmus, wo man sich vorab informieren kann.

Welche Kosten fallen beim Studienaufenthalt an und gibt es Unterstützungsmöglichkeiten?

Es gibt eine Förderung von Erasmus. Das sind in meinem Fall circa 300 Euro im Monat, ein bisschen mehr. Ich habe vorab eine Versicherung für eine Langzeitreise abgeschlossen. Und sonst sind es die Kosten zum Leben, also Wohnung, Essen, das, was daheim auch anfällt. Nicht mehr, nicht weniger.

Also mit den Lebenserhaltungskosten muss man halt rechnen. Aber es gibt eben eine Förderung von Erasmus. Die Höhe wird wahrscheinlich länderspezifisch berechnet.

Du bist ja noch in Estland. Gibt es trotzdem bis jetzt ein Erlebnis, von dem du uns erzählen möchtest, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Beziehungsweise kannst du uns sagen, ob dich dein Erasmus-Semester verändert hat und, wenn ja, inwiefern?

Also, ich bin jetzt erst knapp zwei Monate da, also noch nicht so lang. Aber ich würde jetzt schon sagen, dass mich das sehr, sehr verändert hat. Allein die Menschen, die ich da kennengelernt habe, und die Erfahrungen.

Wir sind im ersten Monat sehr viel in Estland herumgereist und haben uns alles angeschaut. Ich habe jetzt so viele neue Freunde, bei denen ich weiß, die bleiben jetzt in meinem Leben, auch wenn sie dann irgendwo auf der Welt sind. Und das ist schon schön und das verändert einen auch, aber ins Positive. Also man wächst irgendwie daran.

Und Erlebnisse, ja, es gibt ganz, ganz viele Erlebnisse. Was ich ziemlich lustig finde, ist, dass ich in Österreich immer einen Tanzkurs machen wollte und nie dazu gekommen bin. Und jetzt auf einmal bin ich in Estland und mache einen Tanzkurs. Ich meine, ich verstehe kein Wort, es ist auf Estnisch, aber ich kann zumindest jetzt schon bis 13. Das ist voll cool.

Ja, und ganz generell ist es wahrscheinlich auch so, dass man bei einem Studienaufenthalt einfach einmal eine andere Universität kennenlernt. Wie ist denn das so in Estland? Was sind die Unterschiede zwischen Österreich und Estland? Gibt es in der Kultur etwas anderes? Oder was hast du bisher bemerkt?

Also die Uni, auf der ich bin, ist ein Wahnsinn. Also die ist, wow, die ist so fortgeschritten. Der Campus ist wunderschön. Wir haben ein kleines Waldstückchen auf dem Campus. Es gibt so viele Bäume in Estland.

Man merkt schon von der Kultur her, dass es anders ist. Also sie reden nicht gern mit fremden Leuten. Es dauert sehr lang, bis sie auftauen. Es ist bei Gruppenarbeiten oft ein bisschen schwierig, weil das sind halt die Esten. Man darf auch keinen auf der Straße einfach anreden. Das tut man einfach nicht. Sie sind gern für sich, aber wenn sie aufgetaut sind, dann sind sie eh voll super. Also das passt schon.

Und ist das Unisystem dort irgendwie anders oder ist es ähnlich wie in Österreich?

Ja, ich dachte, dass die Umstellung von einer FH auf eine TU wesentlich schlimmer ist. Also ich habe nicht gewusst: Was verlangen sie in einem anderen Land und wie schaut das jetzt aus? Im Endeffekt ist es überall das Gleiche.

Also es ist super spannend, vor allem einmal die estnische Sicht der Dinge zu sehen: Wie ist das alles aufgebaut et cetera? Und wir haben schon relativ viel zu tun, aber es ist halt wirklich super spannend.

Und die Arbeitssprache ist Englisch?

Genau. Es gibt gewisse Kurse auf Englisch. Die werden einem dann eh zugeschickt und da wählt man sich dann die Kurse nach den ECTS aus, die man halt machen möchte. In meinem Fall sind es 30, weil eben das ganze Semester quasi ersetzt wird.

Und da habe ich mir jeden Kurs aussuchen können, habe das dann mit dem Studiengangsleiter abgesprochen, der hat mir das Okay gegeben, und jetzt habe ich eben die Kurse, in denen ich drinnen bin. Und die sind auch nicht alle aus Healthcare Technology, sondern auch aus anderen Studienrichtungen, die aber dazu passen, zum Beispiel Management in meinem Fall.

Du bist zwar noch nicht so lange in Estland, aber gibt es jetzt schon Dinge, die du zum Beispiel bei der Planung anders machen würdest, wenn du die Erfahrung noch einmal machen würdest?

Ich würde, glaube ich, meinen Koffer anders packen, weil man ja nicht weiß, worauf man sich da einlässt und was man mitnehmen soll. Ich habe jetzt schon so viel Zeug dort eingekauft, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich das alles wieder heimtransportieren soll.

Aber sonst würde ich bei der Planung an sich alles genauso machen. Du kriegst so viel Unterstützung von der Uni und von Erasmus. Wenn du Fragen hast, ist immer jemand für dich da. Auch von der Partneruni in Tallinn. Wenn wir irgendetwas brauchen, ist immer jemand da. Also ich würde nichts anders machen.

Also, wie man merkt, würdest du es auf jeden Fall weiterempfehlen, diese Erfahrung zu machen.

Zum Schluss möchte ich dich noch fragen: Was wären deine Top-3-Tipps, die du Jugendlichen weitergeben möchtest, die sich ebenfalls für ein Studienjahr beziehungsweise ein Studiensemester im Ausland interessieren?

Auch wenn man davor Angst hat – und ich habe wirklich Angst gehabt. Meine Situation war auch ein bisschen schwieriger mit Corona et cetera. Ich habe wirklich Angst und Zweifel gehabt: Soll ich das machen? Soll ich das nicht machen?

Mach es, weil du es nicht bereuen wirst. Du kannst nichts verlieren. Trau dich einfach, geh aus deiner Komfortzone und wage den Schritt. Und wenn es dir nicht gefällt, kannst du immer heim.

Informiere dich über die Dos and Don’ts, damit du nicht in ein Fettnäpfchen steigst. Wie ich schon gesagt habe: Sprich dort zum Beispiel keinen auf der Straße an, was in Graz ja komplett egal wäre.

Und das Dritte wäre vielleicht: Stell dich darauf ein, dass du wenige Locals kennenlernst, aber dafür in einer super Community bist und Leute aus der ganzen Welt kennenlernst.

Ja, dann sage ich Danke, liebe Hanna, für das Gespräch.

Wenn ihr weitere Fragen an Hanna habt, dann nutzt bitte die Gelegenheit und trefft sie beim nächsten Einfach-Weg-Info-Abend. Der ist am 20. Oktober. Ab 17 Uhr sind wir live auf Zoom beziehungsweise könnt ihr die Veranstaltung auch auf Instagram verfolgen.

Meinen Zuhörern sage ich Danke fürs Zuhören und Dabeisein. Ich hoffe, ihr seid auch das nächste Mal wieder mit an Bord, wenn es heißt: Na Logo.

Bis dahin, bleibt informiert.